Heute fuhr ich in die Nähe von Nürnberg, um mir endlich das vorbestellte Marathoneinrad abzuholen. Im Internet bin ich auf einen Anbieter gestoßen der sehr individuell Einräder anfertigt. Ich beschrieb, was für ein Rad ich brauche und wie die technischen Regularien für den Einradmarathon aussehen. Die Korrespondenz zwischen Roland Wende, dem Eigentümer vom Municyling, und mir war sehr erfrischend und ich freute mich schon mein individuelles Einrad entgegenzunehmen.
Der Laden befindet sich in einer umgebauten Tankstelle in einem kleinen Dorf. Roland hatte mir eine Wegbeschreibung geschickt, da ich immer noch kein Navigationsgerät im Auto besaß und ehrlich gesagt auch ein Freund von Straßenatlanten bin. Ich hielt vor dem Laden und wurde sehr herzlich von Roland empfangen. Nachdem er mir erstmal einen Kaffee gemacht hatte, unterhielten wir uns über meine Tätigkeit und meine Aktion. Danach zeigte er mir das vorgefertigte Einrad. Bisher hatte ich die 28“ Zoll Einräder nur auf Bildern gesehen. Jetzt, wo ich eins in den Händen hielt, bekam ich doch Respekt.
Zusammen wählten wir die passenden Pedale aus und suchten dann nach einer Lösung, wie ich den Sattel individuelle in Höhe und Winkel einstellen könne. Nach einiger Fachsimpelei zeigte er mir sein Toureneinrad. Es war noch größer und hatte aus dem BMX-Bereich ein Gelenk unter dem Sattel. Dies ermöglichte, dass der Sattel in allen Neigungen individuell einzustellen war. Genau das wäre die Lösung meines bisherigen Hauptproblems: das Sitzen!
Roland war klasse: er machte mir den Vorschlag, er könne mal nachschauen, ob er noch so ein Gelenk irgendwo im Lager findet. Und siehe da: er hatte noch eins. Dieses wurde nun an den Sattel gebaut und der Sattel an das Rad. Vor dem Laden fuhr ich einige Meter und es war als wenn man von einem VW-Käfer in einen Ferrari umsteigt. Ein tolles Gefühl.
Beim Abschied drückte er mir fest die Daumen, dass wir möglichst viele Spenden für unsere Arbeit bekommen und dass ich die 42 km schaffe. Dann entließ er mich mit den Worten: „Wenn du den ersten Kilometer damit gefahren bist, dann hat du ein Grinsen im Gesicht, dass mindestens 24 Stunden anhält.“ Roland hatte recht: am nächsten Abend bin ich in Köln am Fühlinger See entlang gefahren. Was für ein Fahrgefühl. Unbeschreiblich! Mit einem unglaublichen Dauergrinsen bin ich an diesem Abend schlafen gegangen und auch damit wieder aufgewacht. Die 42 Kilometer sollen ruhig kommen!!!