Hügeltrainig vor den Toren von Köln

Achim Kautz am 16. Februar 2008 um 21:30

cimg3474_klein.jpgHeute habe ich das erste Mal Begleitung beim Training. Mein „persönlicher Trainerstab“ (also zwei Freundinnen) begleiten mich auf Inline-Skates. Die Strecke hat ein sehr hügeliges Profil. Bei Steigungen ist es reine Kraftanstrengung. Mit jedem Tritt muss ich mein gesamtes Körpergewicht bewegen. Umgerechnet werde ich heute die Treppen des Kölner Doms drei Mal erklommen haben.

Bergab ist äußerste Konzentration gefragt. 1 cm zuviel nach vorne oder nach hinten gelehnt - und schon liegt man seinen Füßen am nächsten. Um nicht immer schneller zu werden, muss ich permanent das Tempo kontrollieren. Obwohl ich vorwärts fahre, trete ich doch rückwärts. Während meine Begleiterinnen die Abfahrten genießen, komme ich mir vor wie eine Schnecke oder wie beim Eierlauf: bloß nicht fallen!

Nach ca. 18 km und über 600 m Höhenunterschied will ich nur noch in die Badewanne. Stolz, aber auch völlig kaputt. Ich möchte nicht wissen, wie sich meine Beine morgen anfühlen werden. Weiß jemand die Steigerungsform von Muskelkater?

Der Sturz

Achim Kautz am 10. Februar 2008 um 15:46

Im Regelwerk der Deutschen Meisterschaften für Einradmarathon sind Handprotekoren und Helm als Pflicht vorgeschrieben. Ich trage solche Dinge eigentlich sehr ungern, da ich sie eher lästig beim Tragen finde. Heute habe ich es dann doch mal ausprobiert, da diese ja beim Lauf vorgeschrieben sind.

Und wie der Zufall es will: kurz vor meinem Trainingsziel wurde ich von einem Hund sehr skeptisch angeschaut. Da er nicht an der Leine war, sprang er immer wieder vor das Rad. Nach zehn Metern aber verließ ihn die Lust, ich fuhr wieder schneller und drehte mich um, um zu schauen, ob er denn jetzt endlich weg ist. Als ich nach vorne schaute, passierte es! Ein anderer Hund kam von der Seite auf mich zugeschossen und lief genau vor mein Rad. Mir blieb nur noch ein Absprung übrig, damit ich nicht über den Hund fuhr. Die Geschwindigkeit trug dazu bei, dass ich in einem hohen Bogen auf dem Asphalt aufkam, mit den Handgelenken zuerst.

Die Wucht des Aufpralls haben die Handgelenkschoner aufgefangen, jedoch zog ich mir Schürfwunden an Knie und Hüfte zu. Die Handgelenkschoner waren nicht mehr zu gebrauchen, da diese in der Mitte durchgebrochen waren. Ich stieg mit Hilfe von umstehenden Passanten wieder auf und fuhr die letzten Meter nach Hause.

Seit heute werde ich immer Protektoren tragen.

Pedale:

pedale_web.jpg

Ich hole das Einrad ab!

Achim Kautz am 21. Januar 2008 um 22:06

Heute fuhr ich in die Nähe von Nürnberg, um mir endlich das vorbestellte Marathoneinrad abzuholen. Im Internet bin ich auf einen Anbieter gestoßen der sehr individuell Einräder anfertigt. Ich beschrieb, was für ein Rad ich brauche und wie die technischen Regularien für den Einradmarathon aussehen. Die Korrespondenz zwischen Roland Wende, dem Eigentümer vom Municyling, und mir war sehr erfrischend und ich freute mich schon mein individuelles Einrad entgegenzunehmen.

Der Laden befindet sich in einer umgebauten Tankstelle in einem kleinen Dorf. Roland hatte mir eine Wegbeschreibung geschickt, da ich immer noch kein Navigationsgerät im Auto besaß und ehrlich gesagt auch ein Freund von Straßenatlanten bin. Ich hielt vor dem Laden und wurde sehr herzlich von Roland empfangen. Nachdem er mir erstmal einen Kaffee gemacht hatte, unterhielten wir uns über meine Tätigkeit und meine Aktion. Danach zeigte er mir das vorgefertigte Einrad. Bisher hatte ich die 28“ Zoll Einräder nur auf Bildern gesehen. Jetzt, wo ich eins in den Händen hielt, bekam ich doch Respekt.

Zusammen wählten wir die passenden Pedale aus und suchten dann nach einer Lösung, wie ich den Sattel individuelle in Höhe und Winkel einstellen könne. Nach einiger Fachsimpelei zeigte er mir sein Toureneinrad. Es war noch größer und hatte aus dem BMX-Bereich ein Gelenk unter dem Sattel. Dies ermöglichte, dass der Sattel in allen Neigungen individuell einzustellen war. Genau das wäre die Lösung meines bisherigen Hauptproblems: das Sitzen!

Roland war klasse: er machte mir den Vorschlag, er könne mal nachschauen, ob er noch so ein Gelenk irgendwo im Lager findet. Und siehe da: er hatte noch eins. Dieses wurde nun an den Sattel gebaut und der Sattel an das Rad. Vor dem Laden fuhr ich einige Meter und es war als wenn man von einem VW-Käfer in einen Ferrari umsteigt. Ein tolles Gefühl.

Beim Abschied drückte er mir fest die Daumen, dass wir möglichst viele Spenden für unsere Arbeit bekommen und dass ich die 42 km schaffe. Dann entließ er mich mit den Worten: „Wenn du den ersten Kilometer damit gefahren bist, dann hat du ein Grinsen im Gesicht, dass mindestens 24 Stunden anhält.“ Roland hatte recht: am nächsten Abend bin ich in Köln am Fühlinger See entlang gefahren. Was für ein Fahrgefühl. Unbeschreiblich! Mit einem unglaublichen Dauergrinsen bin ich an diesem Abend schlafen gegangen und auch damit wieder aufgewacht. Die 42 Kilometer sollen ruhig kommen!!!

Endlich, die Anmeldebestätigung

Achim Kautz am 15. Januar 2008 um 23:20

Heute bekam ich die Bestätigung und die Startnummer für den Marathon. Jetzt geht es mit der Startnummer 3343 ins Rennen.

Ein schönes Gefühl, denn jetzt gibt es kein zurück mehr. In all der Euphorie micht sich jetzt doch auch auch Respekt und Nervösität ein. Schaffe ich es wirklich? Was, wenn ich vorher einen Unfall habe? Weg mit den Gedanken - ich werde es schaffen!